Unwetter häufen sich – die wichtigsten Tipps von der Feuerwehr

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde unsere Gemeinde von einem Unwetter mit Starkregen und Sturm heimgesucht.

Am Pfingstsonntag fielen binnen kürzester Zeit fast 50 Liter/qm Regen – Keller, Straßen und Unterführungen liefen mit Wasser voll. Die Feuerwehren Schwindegg und Walkersaich waren für die Bevölkerung über 12 Stunden im Dauereinsatz.

Im Folgenden möchten wir euch einige nützliche Tipps mit auf den Weg geben, wie man Unwetterschäden vorbeugen kann, was bei einem vorhergesagten Unwetter zu beachten ist und was im eventuellen Schadensfall zu tun bleibt.

Wie kann ich Schäden vorbeugen?

  • Rückstauklappen, Abläufe, Dachrinnen und Fallrohre regelmäßig reinigen
  • Abdichtungen und Durchführungen überprüfen: Könnte das Wasser durchs Mauerwerk drücken?
  • Alte Metallkellerfenster ggf. durch neue, wasserdichte Kellerfenster austauschen lassen
  • Wertgegenstände möglichst nicht im Keller aufbewahren

Was machen, wenn ein Unwetter vorhergesagt ist?

  • Haltet möglichst alle Fenster und Türen, aber vor allem Kellerfenster geschlossen
  • Wenn nötig, Rückstauklappen im Keller von Hand schließen
  • Räumt alle Gegenstände, die vom Wind verweht werden können, am besten ins Haus. Dazu zählen auch Mülltonnen und Gelbe Säcke. (Die herumliegenden Gegenstände erschweren uns die Anfahrt zu den Einsatzstellen und können die Straßengullys verstopfen.)

Wasser im Keller – was tun?

Strom abstellen

Achtung: bevor ihr anfangt, die wichtigsten Dinge zu retten, solltet ihr immer (wenn möglich) erst den Strom abstellen. Ansonsten besteht Lebensgefahr durch einen Kurzschluss!

Schaden dokumentieren

Dokumentiert für die Versicherungen, wo und wie hoch das Wasser bei euch im Haus stand.

Eigentum retten

Könnt ihr euren Keller gefahrlos betreten, könnt ihr natürlich anfangen, eure Habseligkeiten zu retten. Denkt aber an eure Eigensicherung: Nicht nur Strom birgt Gefahren, sondern auch der hohe Wasserstand, der eventuell Schächte im Keller verdeckt, in die man stürzen könnte. Auch Öle, Chemikalien oder Farben, die im Keller gelagert wurden, können auslaufen und zur Gefahr werden.

Wasser abpumpen (lassen)

Nicht für jeden Wasserschaden ist die Feuerwehr zuständig. Als Faustregel gilt: Wären die Einsatzkräfte lediglich als „Putztrupp“ im Einsatz, sprich lässt sich das Wasser mit Handtüchern, Lappen und Eimern in den Griff bekommen, sollte man zuerst selbst einen Versuch unternehmen. Steht das Wasser aber deutlich höher und erreicht z. B. Steckdosenhöhe, sollte die 112 gerufen werden. Bei Eintreffen der Feuerwehr sollte diese auf jeden Fall über jegliche Gefahren am Einsatzort (Strom, Tanks im Keller, Gefahrstoffe, etc.) unterrichtet werden.

Wichtig! Solltet ihr Hilfe von der Feuerwehr benötigen, setzt bitte einen Notruf über die 112 ab oder sprecht uns direkt an. Versucht nicht, Kontakt mit uns über Social Media oder unsere Internetseite aufzunehmen. Diese Nachrichten werden höchstwahrscheinlich nicht rechtzeitig gelesen.

Oft werden wir auch gefragt, was unser Einsatz kostet. In der Regel sind alle Einsätze, die durch Naturkatastrophen entstehen, für die Betroffenen kostenlos.

Den Schaden beseitigen

Ist der Keller trockengelegt, geht es an die Begutachtung, Dokumentation und Beseitigung des Schadens. Dreck und Schlamm wird im trockenen Zustand zu einer harten Masse und sollte zeitnah beseitigt werden. Auch die Überprüfung von Holz, Dämmungen und Trockenbau-Elementen sowie von elektronischen Geräten ist ein wichtiger Punkt.

Wasser auf der Straße – was tun?

Überflutete Straßen

Meidet unbedingt überflutete Straßen. Hier können Gullydeckel von den Wassermassen im Kanal herausgedrückt worden sein. Als Fußgänger besteht hier beim Durchqueren der überfluteten Straße absolute Lebensgefahr!

Unterführungen

Umfahrt am besten jegliche Unterführungen. Es vergeht kein Starkregenereignis, bei dem wir nicht einen PKW aus der Unterführung schieben müssen.

Hierbei besteht akute Lebensgefahr: Aufgrund des Wasserdrucks können bereits bei einem niedrigen Wasserstand in der Unterführung die Türen nicht mehr geöffnet werden. So wird man im Fahrzeug eingeschlossen, das sich nach und nach mit Wasser füllt. Zudem fällt bei eindringender Nässe die Elektrik im Fahrzeug aus – in jedem Fall droht ein Totalschaden.

Unwetter in der Gemeinde – was macht die Feuerwehr?

Auf Grund der zunehmenden Häufung von Extremwetterlagen haben wir bereits vor mehreren Jahren ein eigenes Konzept für Unwetter in unserer Gemeinde entwickelt.

So wird bei einem Alarm erst einmal die Beladung der Fahrzeuge auf Unwettereinsätze vorbereitet. Dazu zählen z.B. Tauchpumpen und ein Wassersauger.

Zeitgleich macht sich eine Führungskraft auf dem Weg, um die einzelnen Einsatzstellen anzufahren, sich einen Eindruck vor Ort zu verschaffen und die Gesamtlage im ganzen Ort zu bewehrten. Dabei teilen wir betroffenen Personen möglichst auch direkt mit, ob ihnen die Feuerwehr helfen kann und wie lange es in etwa dauert, bis Hilfe kommt. Denn durch das große Einsatzaufkommen binnen kürzester Zeit kann es hier mitunter zu längeren Wartezeiten kommen.

Im Feuerwehrhaus wird währenddessen eine Führungsstelle aufgebaut, in der alle Einsätze und Informationen gesammelt und an die Feuerwehrfahrzeuge weitergegeben werden. Nach Abarbeiten der Einsätze bleibt den Feuerwehrleuten oft nicht viel Zeit, um sich auszuruhen. Fahrzeuge und Ausrüstung müssen wieder einsatzbereit gemacht werden, Schutzkleidung, Pumpen, Schläuche und Fahrzeuge wollen gewaschen werden. Und zu guter Letzt müssen die Kommandanten für jede Einsatzstelle einen eigenen Bericht schreiben.

Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Starkregenereignisse wie das am Pfingstsonntag zunehmend häufiger auftreten, sind wir als Feuerwehr auf die Mithilfe von allen Menschen in der Gemeinde angewiesen. Mit Einhaltung der gezeigten Tipps lässt sich oft Schlimmeres verhindern. Zögert dennoch nicht, im Schadensfall die 112 zu wählen – wir als Feuerwehr sind für euch da und helfen dabei, euer Hab und Gut zu retten sowie Gefahren abzuwenden.